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Zwangsstörungen: Wenn das Denken die Kontrolle übernimmt

Aktualisiert: 13. Sept. 2023

Zwangsstörungen, auch bekannt als Obsessive-Compulsive Disorder (OCD), sind eine psychische Erkrankung, die oft im Schatten anderer geistiger Gesundheitsprobleme steht. Dennoch leiden weltweit Millionen von Menschen unter dieser belastenden Störung. Zwangsstörungen können das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen und sie in einen Teufelskreis aus unerwünschten Gedanken und zwanghaften Handlungen einschließen. In diesem Blogbeitrag werden wir uns eingehend mit Zwangsstörungen beschäftigen, ihre Symptome, Ursachen und mögliche Behandlungsmöglichkeiten beleuchten.



Zwangsstörung Psychologe Stuttgart

Was sind Zwangsstörungen?


Zwangsstörungen sind durch das Vorhandensein von Zwangsgedanken und Zwangshandlungen gekennzeichnet. Zwangsgedanken sind wiederkehrende und unerwünschte Gedanken, Bilder oder Impulse, die den Betroffenen Angst oder Unbehagen bereiten. Zwangshandlungen sind repetitive Verhaltensweisen oder Rituale, die wiederholt durchgeführt werden, um die Angst zu lindern oder die befürchteten Konsequenzen abzuwenden.


Symptome von Zwangsstörungen:


Die Symptome von Zwangsstörungen können vielfältig sein und variieren von Person zu Person. Einige häufige Anzeichen sind:

  1. Zwangsgedanken: Diese können sich um Themen wie Verschmutzung, Ordnung, Kontrolle, Sicherheit oder Religion drehen. Die Gedanken können quälend sein und führen oft zu starken Angstgefühlen.

  2. Zwangshandlungen: Diese wiederholten Rituale werden oft ausgeführt, um die Angst zu lindern oder ein befürchtetes Ereignis zu verhindern. Beispiele sind wiederholtes Händewaschen, ständiges Überprüfen oder wiederholtes Zählen.

  3. Erschwerte Funktionalität: Zwangsstörungen können das alltägliche Leben beeinträchtigen und die Arbeit, die Schule und zwischenmenschliche Beziehungen belasten.

Ursachen von Zwangsstörungen:


Die genauen Ursachen von Zwangsstörungen sind nicht vollständig verstanden. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen, neurobiologischen und Umweltfaktoren eine Rolle spielt. Eine gestörte Signalübertragung im Gehirn, insbesondere im Bereich der sogenannten "Basalganglien", steht im Fokus vieler Forschungen.


Behandlungsmöglichkeiten:


Die gute Nachricht ist, dass Zwangsstörungen behandelt werden können. Eine frühzeitige Diagnose und eine angemessene Behandlung sind entscheidend für eine bessere Bewältigung der Erkrankung. Hier sind einige häufig verwendete Therapieansätze:

  1. Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): KVT ist die am häufigsten angewendete Therapie bei Zwangsstörungen. Sie hilft den Betroffenen dabei, ihre Zwangsgedanken und -handlungen zu identifizieren, zu hinterfragen und schrittweise zu verändern.

  2. Medikamente: In einigen Fällen können Antidepressiva oder bestimmte Medikamente verschrieben werden, um die Symptome zu lindern und die Funktionalität zu verbessern.

  3. Expositionstherapie: Diese Form der Therapie beinhaltet, sich schrittweise den angstauslösenden Situationen auszusetzen und so die Angstreaktion zu verringern.


Zwangsstörungen sind eine ernsthafte psychische Erkrankung, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen kann. Durch eine bessere Aufklärung und Sensibilisierung können wir dazu beitragen, das Stigma rund um OCD zu reduzieren und die Betroffenen zu unterstützen. Es ist wichtig zu verstehen, dass Zwangsstörungen nicht das Ergebnis von mangelnder Willenskraft oder Charakterschwäche sind, sondern eine komplexe Erkrankung, die professionelle Hilfe erfordert. Wenn Sie oder jemand, den Sie kennen, von OCD betroffen ist, zögern Sie nicht, professionelle Unterstützung zu suchen. Mit angemessener Behandlung und Unterstützung können Menschen mit Zwangsstörungen ein erfülltes und funktionales Leben führen. Lassen Sie uns gemeinsam dazu beitragen, die Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken und eine unterstützende Umgebung für alle Betroffenen zu schaffen.


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